Dolmetschtechnik richtig auswählen
Die passende Technik ist keine Kür, sondern die Grundlage professionellen Dolmetschens. Drei Setups dominieren – jedes mit klaren Stärken und Grenzen.
Feste oder mobile Simultankabine (ISO 4043/2870). Der Goldstandard für Konferenzen. Schallisoliert, mit Blick auf Bühne und Präsentation, mit professionellem Dolmetschpult. Publikum erhält Empfänger und Kopfhörer. Ideal ab ca. 20 Teilnehmern und immer dann, wenn Konzentration und Tonqualität geschäftskritisch sind – also Hauptversammlungen, Fachkonferenzen, Investor Days.
Personenführungsanlage (PFA/Flüsterkoffer). Ein kleiner Sender, mobile Empfänger, kein Kabinenaufbau. Der Dolmetscher steht am Rand oder folgt der Gruppe. Perfekt für Werksführungen, Werksbesichtigungen, Betriebsversammlungen mit Rundgang, kurze Meetings bis ca. 20–25 Personen. Grenzen: kein Schallschutz, laute Umgebung stört, ab 90 Minuten wird es anstrengend für alle.
Remote Simultaneous Interpreting (RSI). Cloudplattformen wie Zoom, KUDO oder Interprefy schalten Dolmetscher aus einem professionellen Hub oder Studio zu. Für rein digitale und hybride Events – oder wenn Reisen nicht im Budget ist. Voraussetzung: stabile Bandbreite, professionelle Audio-Zulieferung (kein Handy-Mikro), erfahrene Regie. Wir arbeiten am liebsten aus einem festen Hub, nicht aus dem Home-Office, weil dort Redundanz und Support gewährleistet sind.
Hybrid-Setup. Vor-Ort-Publikum mit Kabinen plus Remote-Teilnehmer per Videoplattform. Anspruchsvoll, weil zwei Tonwelten synchron laufen müssen – lohnt sich fast immer, wenn eine relevante Zielgruppe nicht anreist.
Wir empfehlen und liefern die Technik als Teil des Auftrags, weil abgestimmte Ketten weniger Fehlerquellen haben als zusammengesuchte Einzelteile.